WordPress oder Webflow? Der Vergleich für KMU, die eine bessere Lösung suchen
WordPress betreibt fast die Hälfte aller Websites, doch für viele KMU wird es zur Wartungs- und Sicherheitsbaustelle. Ein Vergleich mit Webflow: wo WordPress an Grenzen stösst, wo Webflow nicht passt, was beides kostet und wie ein Wechsel ohne Ranking-Verlust abläuft.
Als ich begonnen habe, Websites für KMU mit Webflow statt mit WordPress umzusetzen, war Webflow in der Schweiz noch weitgehend unbekannt, und die häufigste Frage im Erstgespräch lautete: «Web wer?» Seither ist einiges passiert. Webflow ist erwachsen geworden, WordPress hat sich weiterentwickelt, und die Sicherheitslage im Netz hat sich deutlich verschärft.
Zeit für eine aktuelle Einordnung. Dieser Beitrag richtet sich an dich, wenn du eine WordPress-Website betreibst und dich fragst, ob es eine bessere Lösung gibt. Oder wenn du gerade eine neue Website planst und nicht weisst, auf welches System du setzen sollst. Ich zeige dir, wo WordPress im KMU-Alltag an Grenzen stösst, was Webflow anders macht, wo Webflow nicht die richtige Wahl ist und wie ein Wechsel konkret abläuft.
Vorweg: Es gibt kein CMS, das für alle passt. Die richtige Wahl hängt davon ab, wer die Website betreibt, wer sie pflegt und wer im Ernstfall reagiert.
WordPress ist nicht schlecht. Aber es ist ein Bausatz.
WordPress betreibt laut W3Techs rund 42 Prozent aller Websites weltweit und knapp 60 Prozent aller Websites, deren CMS bekannt ist. Diese Verbreitung hat gute Gründe: WordPress ist kostenlos, flexibel und für fast jede Anforderung gibt es eine Erweiterung.
Genau diese Flexibilität ist bei KMU aber oft das Problem. WordPress ist ursprünglich als Blog-System entstanden. Alles, was darüber hinausgeht, kommt in der Regel über Plugins dazu: Kontaktformulare, SEO-Einstellungen, Pagebuilder, Caching, Backups, Cookie-Banner, Mehrsprachigkeit, Sicherheit. Eine typische KMU-Website läuft mit 20 bis 40 Plugins, jedes von einem anderen Entwickler, jedes mit eigenem Update-Rhythmus.
Das funktioniert, solange jemand das Ganze verbindlich pflegt. In der Praxis sieht es oft anders aus.
Wo WordPress bei KMU zum Problem wird
1. Sicherheit: Das Risiko steckt in den Plugins
Der WordPress-Kern selbst ist gut gewartet. Die Schwachstellen liegen fast ausschliesslich bei den Erweiterungen. Die Zahlen aus dem aktuellen Sicherheitsbericht von Patchstack für das Jahr 2025 sind deutlich:
- 11'334 neue Schwachstellen im WordPress-Ökosystem, 42 Prozent mehr als im Vorjahr.
- 91 Prozent davon betrafen Plugins, 9 Prozent Themes. Im WordPress-Kern selbst wurden nur 6 Lücken gemeldet.
- Bei 46 Prozent gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch des Entwicklers.
- Rund die Hälfte der schwerwiegenden Lücken wurde innerhalb von 24 Stunden aktiv ausgenutzt.
Für ein KMU heisst das: Selbst wer regelmässig Updates einspielt, ist nicht automatisch geschützt. Wer es nicht tut, trägt ein erhebliches Risiko, meist ohne es zu wissen. Wie das konkret aussieht, habe ich im Beitrag «Wer kümmert sich eigentlich um die Sicherheit deiner Webseite?» am Beispiel der PHP-Lücke vom Oktober 2026 beschrieben.
2. Wartung: Jedes Update ist ein kleines Risiko
WordPress-Updates sind wichtig, aber sie haben eine Kehrseite. Ein neues Core-Update kann ein Plugin brechen, ein Plugin-Update kann das Theme durcheinanderbringen, und eine neue PHP-Version auf dem Server kann beides lahmlegen. Viele KMU kennen das Muster: Nach einem Update ist etwas kaputt, also wird beim nächsten Mal gewartet. Und dann noch einmal. So entsteht über die Jahre eine Website, die niemand mehr anfassen will.
3. Performance: Viele Plugins, viel Ballast
Pagebuilder wie Elementor oder Divi machen WordPress für Laien bedienbar, erzeugen aber oft schwerfälligen Code. Dazu kommen Skripte und Stylesheets aus jedem einzelnen Plugin, die auf jeder Seite geladen werden, ob sie gebraucht werden oder nicht. Das Ergebnis sind langsame Ladezeiten, die sich direkt auf Suchmaschinen-Rankings und die Absprungrate auswirken. Caching-Plugins können das abfedern, sind aber selbst wieder ein weiteres Plugin.
4. Abhängigkeit: Wer kennt die Website noch?
Eine WordPress-Website ist ein individuelles Konstrukt aus Theme, Plugins, Einstellungen und oft auch eigenem Code. Wenn die Agentur oder der Freelancer von damals nicht mehr verfügbar ist, muss sich jemand Neues erst einarbeiten. Nicht selten ist ein Neubau dann günstiger als die Sanierung. Das erlebe ich in der Praxis immer wieder.
Was Webflow anders macht
Webflow verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Design, Entwicklung, CMS und Hosting sind eine einzige Plattform. Es gibt kein Plugin-Ökosystem, keinen eigenen Server und keine Updates, die du einspielen musst.
Individuelles Design statt Template
In Webflow entsteht das Design visuell, aber auf Basis von echtem HTML und CSS. Es gibt keine Vorlage, deren Grenzen du später spürst. Jede Seite kann genau so aussehen, wie es zu deiner Marke passt, und der erzeugte Code bleibt sauber und schlank.
Funktionen ohne Plugins
CMS, Formulare, SEO-Einstellungen, Weiterleitungen, Animationen, strukturierte Daten und Mehrsprachigkeit sind Teil der Plattform. Es gibt keine Dutzende Erweiterungen von Drittanbietern, die einzeln gewartet werden müssen und sich gegenseitig in die Quere kommen können.
Hosting, Sicherheit und Updates inklusive
Webflow liefert deine Website als statische Dateien über ein weltweites Content Delivery Network aus. Es gibt keinen Anwendungsserver, auf dem Angreifer Code einschleusen könnten. SSL-Zertifikate, DDoS-Schutz, automatische Backups mit Versionsverlauf und das Patchen der Infrastruktur übernimmt Webflow. Die Plattform ist nach SOC 2 Type 2 und ISO/IEC 27001 zertifiziert.
Administration: einfach und übersichtlich
Im Alltag ist das einer der grössten Unterschiede. Im WordPress-Backend erwartet dich eine Seitenleiste voller Menüpunkte, die jedes Plugin um eigene Einträge, Hinweise und Werbebanner erweitert. Dazu kommen Update-Meldungen, Lizenzhinweise und je nach Pagebuilder eine zweite Bedienoberfläche mit eigener Logik. Wer nur ab und zu Inhalte pflegt, sucht erst einmal, wo sich was befindet.
In Webflow ist die Administration auf Kundenseite bewusst schlank. Im Editor bearbeitest du Texte, Bilder, Blogbeiträge oder Referenzen direkt auf der Seite, so wie sie später online erscheinen. Die CMS-Sammlungen sind klar gegliedert, jedes Feld ist beschriftet, und es gibt keine Plugin-Menüs, keine Update-Hinweise und keine Einstellungen, die du nicht brauchst. Das Layout bleibt dabei geschützt. Du kannst also nichts versehentlich verschieben, und für inhaltliche Änderungen brauchst du keine Agentur. Ich setze dazu auf den Client-First-Standard, damit die Struktur auch für andere Webflow-Entwickler sofort verständlich ist.
Gute Grundlagen für SEO und AEO
Sauberer Code, schnelle Ladezeiten, eigene Meta-Daten pro Seite und CMS-Eintrag, automatische Sitemap, 301-Weiterleitungen und strukturierte Daten sind von Haus aus möglich. Das ist eine solide Basis für die klassische Suchmaschinenoptimierung und für die Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini.
Wo Webflow nicht die richtige Wahl ist
Ich arbeite seit Jahren mit Webflow und bin überzeugt davon. Gerade deshalb gehört auch dieser Teil dazu:
- Komplexe Online-Shops: Wer viele Varianten, Lagerbestände, ERP-Anbindungen oder B2B-Preislogik braucht, ist mit einer spezialisierten Shop-Lösung besser bedient. Für kleinere Shops gibt es gute Ergänzungen, zum Beispiel unser eigenes Tool Flowtifyy.
- Individuelle Serverlogik: Mitgliederbereiche mit komplexen Rechten, Buchungssysteme oder eigene Datenbanken lassen sich in Webflow nur über externe Dienste anbinden. Für solche Anforderungen ist Webstudio besser geeignet, oder es lohnt sich, direkt eine eigene Web-App zu entwickeln.
- Datenstandort: Webflow ist ein US-Anbieter. Für die meisten KMU ist das mit dem EU-U.S. Data Privacy Framework und einem Auftragsverarbeitungsvertrag gut lösbar. Wer zwingend Schweizer Hosting braucht, muss anders planen.
- Mehrsprachigkeit kostet: Die Lokalisierung ist ein kostenpflichtiges Zusatzpaket. Bei drei oder vier Sprachen fällt das ins Gewicht. Eine gute Alternative ist Weglot: Die Übersetzungen werden dort zentral verwaltet, lassen sich einfach in Webflow einbinden und mit professionellen Übersetzungen ergänzen. Als Agentur haben wir bei Weglot sehr gute Konditionen.
- Der Weg zurück ist nicht ganz so einfach, wie er klingt: Webflow bietet zwar einen Code-Export an, doch der deckt nur einen Teil ab. Exportiert werden HTML, CSS, JavaScript und Bilder. CMS-Inhalte kommen separat als CSV-Datei mit, Formulare, Suche und Mehrsprachigkeit funktionieren ausserhalb von Webflow nicht. Ein Wechsel weg von Webflow ist also möglich, aber er ist ein Projekt. Darauf achte ich bei jeder Umsetzung, indem Inhalte sauber strukturiert und dokumentiert bleiben.
Was kostet was?
WordPress gilt als kostenlos. Die Software ist es auch. Die Website ist es nicht. Ein realistischer Vergleich betrachtet die Gesamtkosten über mehrere Jahre:
Bei WordPress fallen an:
- Hosting, separat je nach Anbieter und Leistung
- oft jährliche Lizenzen für Premium-Plugins und Theme
- Updates und Sicherheit über einen Wartungsvertrag oder eigenen Aufwand
- Zeitaufwand im unübersichtlichen Backend
- nach einigen Jahren häufig ein Neubau
Bei Webflow gilt:
- Software, Hosting und Infrastruktur im Site-Plan
- keine Plugin-Lizenzen
- Updates und Sicherheit durch Webflow
- einfache, übersichtliche Administration im Editor
- eine Website, die mitwächst, statt neu gebaut werden zu müssen
Gerade bei WordPress gilt: Wer die Wartung ernst nimmt und dafür einen Vertrag abschliesst, landet über die Jahre schnell bei deutlich höheren laufenden Kosten.
Bleiben oder wechseln? Eine kurze Entscheidungshilfe
Bei WordPress bleiben ist sinnvoll, wenn …
- deine Website verbindlich von einer Agentur oder einer internen Person gewartet wird, mit Vertrag und klarer Zuständigkeit,
- du auf spezifische Plugins angewiesen bist, für die es keinen gleichwertigen Ersatz gibt,
- deine Website technisch aktuell ist und du mit Ladezeit und Bedienung zufrieden bist.
Ein Wechsel zu Webflow lohnt sich, wenn …
- niemand genau weiss, wer für Updates und Sicherheit zuständig ist,
- Updates aufgeschoben werden, weil danach regelmässig etwas nicht mehr funktioniert,
- die Website langsam ist oder auf dem Handy nicht überzeugt,
- dir das WordPress-Backend zu unübersichtlich ist und du Inhalte deshalb ungern selbst pflegst,
- du Inhalte selbst pflegen möchtest, ohne Angst, etwas kaputt zu machen,
- ohnehin ein Redesign oder Relaunch ansteht.
Wenn du bei zwei oder mehr Punkten der zweiten Liste nickst, lohnt sich ein genauerer Blick.
So läuft ein Wechsel von WordPress zu Webflow ab
Ein Systemwechsel klingt nach viel Aufwand. Mit einem klaren Ablauf ist er gut planbar, und für Besucher:innen und Suchmaschinen verläuft er nahtlos.
- Bestandesaufnahme: Ich erfasse alle Seiten, Blogbeiträge, Formulare, Downloads und Funktionen deiner bestehenden Website. Dazu gehören auch die URLs, die heute Besucher:innen und Rankings bringen.
- Entscheid: 1:1-Transfer oder Relaunch: Beim 1:1-Transfer übernehme ich Design und Inhalte weitgehend unverändert zu einem fixen Pauschalpreis. Beim Relaunch nutzen wir den Wechsel, um Struktur, Texte und Design gleich mit zu erneuern, gemeinsam im Kreativkollektiv.
- Aufbau in Webflow: Die Website entsteht nach dem Client-First-Standard, mit einer CMS-Struktur, die zu deinen Inhalten passt.
- Inhalte übernehmen: Blogbeiträge, Referenzen oder Produkte übertrage ich per CSV-Import oder über die Schnittstelle, inklusive Meta-Daten und Bildern.
- Weiterleitungen einrichten: Jede alte URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Dafür habe ich Routifyy entwickelt: Das Tool sammelt die alten URLs aus Sitemap, Crawler, Search Console und Webarchiv und ordnet sie per KI den neuen Seiten zu. So bleiben Rankings und Backlinks erhalten.
- Go-live und Kontrolle: Nach der Umschaltung prüfe ich Weiterleitungen, Formulare und Indexierung in der Google Search Console und behalte die Entwicklung in den ersten Wochen im Blick.
- Übergabe: Du bekommst eine Einführung in den Editor und kannst deine Inhalte danach selbst pflegen.
Häufige Fragen
Verliere ich beim Wechsel meine Google-Rankings?
Nicht, wenn der Wechsel sauber geplant ist. Entscheidend sind vollständige 301-Weiterleitungen, übernommene Meta-Daten und eine korrekte Sitemap. Kurzfristige Schwankungen sind normal, mittelfristig profitieren die meisten Websites von den schnelleren Ladezeiten.
Kann ich meine Website danach selbst bearbeiten?
Ja. Texte, Bilder, Blogbeiträge und andere CMS-Inhalte bearbeitest du direkt im Editor, ohne Programmierkenntnisse. Struktur und Design sind dabei geschützt. Die Oberfläche ist so übersichtlich, dass meine Kundinnen und Kunden nach einer kurzen Einführung selbständig arbeiten.
Was kostet ein Wechsel von WordPress zu Webflow?
Das hängt vom Umfang ab. Für einen 1:1-Transfer biete ich fixe Pauschalpreise an. Bei einem Relaunch erhältst du nach dem Erstgespräch eine Offerte, in der alle Positionen einzeln aufgeführt sind.
Bin ich bei Webflow nicht vom Anbieter abhängig?
Ja, zu einem gewissen Grad. Du kannst den Hoster nicht frei wählen. Dafür trägt Webflow die Verantwortung für Infrastruktur und Sicherheit. Inhalte lassen sich als CSV exportieren, der Code als HTML und CSS. Ein späterer Wechsel ist möglich, aber mit Aufwand verbunden.
Funktioniert mein Blog oder Shop auch in Webflow?
Ein Blog ist in Webflow problemlos und mit grosser Flexibilität umsetzbar. Für Shops hängt es von der Komplexität ab. Kleinere Shops lassen sich gut abbilden, bei grossen Sortimenten mit ERP-Anbindung empfehle ich eine spezialisierte Lösung.
Fazit
WordPress ist ein mächtiges System, aber es verlangt nach jemandem, der es verbindlich pflegt. Für viele KMU ist genau das der Knackpunkt. Webflow nimmt dir Hosting, Updates und Sicherheit ab, macht die Administration deutlich einfacher und übersichtlicher, ohne dass du auf ein individuelles Design oder die Kontrolle über deine Inhalte verzichten musst. Es ist nicht für jedes Projekt die richtige Wahl, aber für die meisten Unternehmenswebsites, mit denen ich arbeite, ist es die bessere.
Du bist unsicher, ob sich ein Wechsel für dich lohnt? Schreib mir. Ich schaue mir deine Website unverbindlich an und sage dir, was ein Wechsel bringen würde und was er kostet.
Deine Website
muss zu dir passen!
Eine gute Website ist das Fundament für dein Geschäft und deine Ziele. Ich begleite dich gerne, von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt.